Veranstaltungen
- 13. August 2010: Eric Devries (Niederlande)
- 21. August 2010: Frau Schweinemett: Gegen die Gesamtscheiße (Lesung)
- 08. September 2010: Kaso Perdido (Spanien)
- 17. September 2010: Joanna Chapmann-Smith (Kanada)
- 23. September 2010: Attila the Stockbroker´s Barnstormer
- 24. September 2010: Brook Pridemore (USA)
- 25. September 2010: Jointpop (Trinidad & Tobago) TOUR AUF ANFANG 2011 VERSCHOBEN!
- 30. September 2010: Rodney Branigan (USA)
- 02. Oktober 2010: Bladed (Norwegen)
- 14. Oktober 2010: The Dead Class (GB) & support
- 21. Oktober 2010: Nous sommes des chiens (Frankreich)
- 22. Oktober 2010: Dirk Bernemann (Lesung)
- 29. Oktober 2010: Dieselknecht
- 06. November 2010: Julia A. Noack
- 08. November 2010: Gordie Tentrees (Kanada)
- 24. November 2010: Mäkkelä's Trash Lounge
- 08. Dezember 2010: Skontra (Spanien) & Raptus
19. Februar 2010: Antje Basedow mit "Menschen und ich" (Kabarett)
Antje Basedow kommt mit ihren neuen Programm "Menschen und ich" zu uns.
Einlass ab 19:00 Uhr und Beginn um 20:00 Uhr.
Eintritt 8,- €
(c) Friedemann Simon
Menschen und ich
Der Mensch ist ein soziales Wesen ( - wird zumindest gemeinhin angenommen), und eine souveräne und sympathische Selbstpräsentation der Türöffner jeder sozialen Interaktion und der Schlüssel für jegliches gesellschaftliches Fortkommen:
Mein Name ist Antje Basedow. Ich bin ein fröhlicher Mensch, für den Spaß in einem gewissen Rahmen kein Fremdwort ist. Für einen Scherz hier und da bin ich gern zu haben, ich möchte sagen, ich bin eine Frau zum Pferdestehlen. Meine Ausgelassenheit ist mehr nach innen gerichtet, aber ich kann bei einem Glas Wein auch mal ganz herzlich lachen und Fünfe gerade sein lassen. Mein äußeres Erscheinungsbild ist geprägt von schlichter Zurückhaltung. Meine Lieblingsfarben sind grau und schwarz. Ich kann aber auch durch einen gewagten Farbtupfer überraschen. Manchmal tue ich etwas völlig Unerwartetes. Ich rufe ausgelassen Hurra oder mache fünf Minuten früher Feierabend. Früher habe ich auch mal meine Schulkollegin grundlos geschlagen. Das hat sich heute gelegt.
Auch wenn Heiterkeit mein Wesen prägt, habe ich durchaus eine ernste Seite. Bei einem schwedischen Film mit finnischen Untertiteln kann ich richtig abschalten. Auch Flora, Fauna und unsere schöne Tierwelt faszinieren mich: Interessiert kann ich einer Nacktschnecke stundenlang beim Ausschleimen zusehen. Sehr lehrreich. Entspannung bringt mir ein gutes Buch, etwa: "Wie Frauen Verbrechen begehen". Oder andere nützliche Ratgeber, wie: "Peinliche Situationen gelassen meistern." Ich habe aber auch eine verrückte Seite. Recht ausgelassen habe ich schon mal Kaugummipapier auf die Straße geworfen und bin bei Rot über die Ampel gegangen.
Mein Name ist Antje Basedow, und ich habe keine Schilddrüsenerkrankung. Ich bin auch nicht verwandt mit DEM Basedow. Und ich weiß, dass die lustige Frau aus Holland Käse bringt, und der NDR ein Walross hat. Hatte. Ist jetzt ausgestopft. Ich nicht. Ich bin nur verwandt mit meiner Mutter und das ist schlimm genug. Meine Kindheit war geprägt von Heiterkeit und Zuversicht - dass ich irgendwie erwachsen werde. Mein Erwachsenendasein ist geprägt von Zuversicht und Heiterkeit - darüber, dass das auch nichts nützt.
Meine Hobbies: Über Selbstmord nachdenken. Lustigsein
Mein Lieblingsland: Antarktis
Lieblingsessen: Rohe Leber
Über die Möglichkeit zu einem persönlichen Kennenlernen freue ich mich.
Presse
Mit „Menschen und ich“ hat die Hamburger Satirikerin ihr überzeugendes zweites Soloprogramm auf die Bühne am Steindamm gebracht.
Wenn eine Frau, noch dazu auf der Bühne, sie selbst ist und doch zur Selbstreflexion fähig ist, kann das ein unterhaltsam-anregender Abend sein. So geschehen im Polittbüro, in dem Antje Basedow mit ihrem neuen Programm Premiere hatte. Nach einem originellen Interview mit sich selbst in parodierender Sportreportersprache („Frau B., wie war ihre Vorbereitung?“) als Einstieg zeichnet die Hamburger Kabarettistin mit stoischer Miene ein selbstironisches Bild von sich („Ich suche das Feuerwerk der Pointen“), ihrer Familie und ihren Mitmenschen.
Das ist besonders lustig, wenn sie, mit Kochwagen und weißer Schürze hantierend, Erinnerungen an ihre Mutter einbindet („Kinder, es gibt wieder Bregen!“) und dabei mit einem Gehirn in der Hand sinniert, was besser schmecke: Hirnsuppe oder überbackenes Hirn? Doch BSE kam ja zum Glück erst später, da hatte das Mädchen aus der Unterschicht längst seine Erfahrungen mit den „Bürgerkindern“ gemacht. Ebenso mit einer früheren (Schul-)Kameradin, die statt Soldatin dann doch lieber Lehrerin wurde. „Das Leben ist kein Spaziergang, sondern ein Gewaltmarsch“, schlussfolgert Antje Basedow, eine Frau „mit Bindungsdefizit“.
Dramaturgisch geschickt und sehr präsent erzählt die 37-Jährige Fort- und Auskommen mit ihren Ich-AGs und Über-Ichs im zweiten Teil weiter. „Menschen und ich“ erinnert dabei zuweilen an das ausgezeichnete Programm „Mein Leben“ ihres Hamburger Kollegen Michael Ehnert, enthält indes eine ganz eigene, ihre persönliche Note. Weil Frau B. Sünden beim Essen und nicht vorhandene Figurprobleme („Das liegt an meiner entspannten Grundhaltung“) satirisch etwas anders thematisiert als so manch andere Kabarett-Frau. Gleiches gilt für Basedows Erfahrungen mit ihrem „ersten schwul-lesbischen Bier , was zur nüchternen Feststellung führt: „Ich bin queer.“
Mit sozialkritischen Liedern wie dem Casting-Song „So sieht Anteilnahme aus“ setzt sie zwischendurch auch musikalische Akzente. Und dass Antje Basedow Kleinkunst-Wettbewerbe wie den Klagenfurter Herkules, bei dem sie für ihr erstes Soloprogramm „Ein richtig schönes Gefühl“ den Jury-Preis unter ausnahmslos männlichen Mitbewerbern erhielt, kabarettistisch verarbeitet hat, spricht umso mehr für sie „Du bekommst den Preis ja nur, weil du eine Frau bist“, zürnte einer der „Kollegen“. Es muss ja nicht die letzte Auszeichnung für sie gewesen sein … (Hamburger Abendblatt, 09.04.09)
Bio
Es fing alles so schön an: Am 26. November 1971 (ich glaube, es war Totensonntag) in Hanau geboren und den staatlichen (!) Kindergarten und Schule im Phönix-Viertel in Hamburg-Harburg besucht. Trotzdem Abitur gemacht! Seit ich im Rahmen meiner kleinen Feldforschung DAS Elend auf Gymnasium und Universität gesehen habe, begreife ich es als meine Aufgabe, den Angehörigen dieser sozial schwierigen Bevölkerungsschicht, die eben auch Gefangene ihrer Herkunft sind, solidarisch nach Kräften weiterzuhelfen und sie aus ihrer Isolation herauszureissen.
Bis heute ist es mir ein Rätsel, warum die Schauspielschule mich nach zwei Minuten des Prüfungsraumes verwiesen hat. Nur, weil ich den Text von Brecht mit dem der "Ehrbaren Dirne" verwechselt hatte - sowas kann doch mal passieren. Also studierte ich entsprechend meinem Bildungsauftrag zunächst mal Erziehungswissenschaften.
1998 wurde mir ein neuer Identitätsbaustein in Form eines Zettels mit der Aufschrift "Diplom" verliehen. Auch schön.
Ich habe im Laufe meines Lebens und in meinen diversen Tätigkeiten im psychologisch-pädagogischen Sektor soviel gelacht - davon wollte ich nun einfach etwas zurückgeben. Dies führte 2006 zu:
"Ein richtig schönes Gefühl - zwischen Herzensangelegenheiten und marodem Sozialstaat".
Im September 2008 gemeinsam mit Herrchens Frauchen (Lisa Politt und Gunter Schmidt) die Kabarettproduktion "Parole Schnulli - dem Nachwuchs keine Chance".
Folgeerscheinung aus Allem: 08. April 2009, Premiere meines neuen Solos "Menschen und ich".
Weitere Angaben zur Person:
Kein Ehemann, keine Kinder, keine Kirche (man spart, wo man kann)








